Der Wimpel

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Gerhard Merkle

Am Samstag, 18. Februar 2017 um 11.00 Uhr fand die Trauerfeier für Gerhard Merkle statt.

 

Über 500 Menschen aus dem In- und Ausland, Familie, Freunde, Mitarbeiter, Nachbarn, Schulkameraden, Geschäftspartner, Kunden, Lieferanten und Angehörige nahmen an der würdigen Trauerfeier teil.

 

Die evangelische Pfarrerin las aus dem 1. Kor. 13, dem Hohelied der Liebe:  „Und hätte der Liebe nicht…!“,  „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die Liebe aber ist die größte unter ihnen.“

 

Diesen Text und die Lieder "Großer Gott wir loben dich" und "Nun danket alle Gott" hat sich Gerhard Merkle für seine Trauerfeier gewünscht. Seine liebe Ehefrau wünschte sich das Lied "Weiß ich den Weg auch nicht". 

 

Der älteste Enkel Manuel las seinen Lebenslauf, die beiden Söhne Matthias und Christen haben beide aus dem Leben des Vaters erzählt. Die Rede von Matthias liegt als Text vor.

 

Wir sind dankbar, dass wir den geliebten Menschen, den wir so schmerzlich vermissen, auf diese Weise und mir so vielen Anteil nehmenden Menschen zu seiner letzten Ruhestätte begleiten durften.

 

Das tröstet uns sehr. Und sagen auf diesem Wege allen von Herzen

"Danke!".

 

Das Leben eines einfachen Mannes aus dem Volke

Gerhard Merkle wurde am 26. Juli 1941 in Singen am Hohentwiel geboren, wo seine Eltern Erwin und Friedhilde Merkle in den Wirren des 2. Weltkrieges zu diesem Zeitpunkt wohnten.

Sein Vater war Goldschmied und zum Zeitpunkt der Geburt in Russland im Kriegseinsatz. Einmal nach der Geburt bekam er Heimaturlaub und durfte für wenige Tage seinen einzigen Sohn sehen. Danach musste er zurück an die Front – und kam nie mehr zurück.

Gerhard Merkle teilte das Schicksal von sehr vielen jungen Menschen in diesem Kriegs- und Nachkriegsjahren: Er wuchs ohne Vater in der Obhut seiner Mutter, seiner Großmutter und seiner Tante auf. Seinen Vater vermisste er immer dann, wenn er schmerzlich für ihn unverständliche Erziehungsmaßnahmen der drei strengen Frauen über sich ergehen lassen musste. Da wurde dann sehnsüchtig das Bild des Vaters, das an der Wand im Wohnzimmer hing angeschaut und gesagt: „Papa, du siehst vom Himmel aus alles, was die wieder mit mir machen…!“

Nach dem Krieg wohnte die Familie, die auch noch den Großvater während des Fliegerangriffs auf Freiburg verloren hatte, zuerst in Freiburg, danach fanden sie Unterschlupf bei einem wohlhabenden Bauern in Freiamt, da ihre Wohnung in Freiburg beim Angriff zerbombt wurde. Sie waren damals Flüchtlinge.

Gerhard besuchte die Volksschule in Freiamt, die er jeweils von verschiedenen Wohnorten aus anlaufen musste, da seine Mutter und Großmutter als Schneiderinnen arbeiteten und so je nach Arbeit von Hof zu Hof zogen.

Er liebte die Natur, erzählte gerne von vielen Jungenstreichen, vom Baden im Brandweiher und vielen anderen tollen Erlebnissen. Seiner frühen Heimat Freiamt ist er bis zum Schluss eng verbunden geblieben.

Nach der Volksschule begann er eine Ausbildung als Maschinenschlosser bei der Firma Rhodia in Freiburg, sein technisches Talent half ihm dabei sehr. Nach der Ausbildung entschloss er sich, die Technikerschule in Lörrach zu besuchen.

Danach begann er als Konstrukteur zu arbeiten, was ihn dann als jungen Techniker schließlich zur Firma Hydair in Freiburg brachte, wo er schon in jungen Jahren – er war Anfang 20 – Konstruktionsleiter wurde. Da kam er erstmals mit Hydraulikzylindern in Kontakt. Das ließ ihn nicht mehr los.

Er lernte seine Frau Renate kennen, die aus Efringen-Kirchen stammt und die nur einen Wunsch hatte, nämlich den, keinen Arzt oder Unternehmer zu heiraten. Was ihr erst einmal auch gelang.

In den Jahren 1968, 1970 und 1972 kamen die drei gemeinsamen Kinder Christen, Matthias und Birgit zur Welt.

Gerhard Merkle war ein Familienvater, wie man ihn sich wünscht. Er hat zeitlebens seine Familie geliebt und alles für sie getan!

Durch den viel zu frühen Tod seines damaligen Chefs und den daraus resultierenden, für ihn nicht tragbaren Veränderungen an seinem Arbeitsplatz entschied er sich 1973, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Nun hatte seine Ehefrau – wenn auch verspätet – doch den Unternehmer, den sie nicht haben wollte.

Die beiden führten eine nach damaligen (und wahrscheinlich auch nach heutigen) Maßstäben nicht ganz übliche Ehe – war das Privatleben und das Leben als Unternehmerehepaar stark vermischt. Seine Ehefrau wurde mehr und mehr zu seiner rechten Hand, unterstütze ihn wo sie nur konnte und arbeitete schließlich auch im Unternehmen mit, als die Kinder größer wurden sogar Vollzeit. So musste sie immer mehr „Cheftätigkeiten“ übernehmen und Entscheidungen fällen, da ihr Ehemann sehr viel unterwegs und sie vor Ort verantwortlich sein musste. Dass dies beide prägte, ist selbstverständlich, die daraus resultierenden Rollenverteilungen sind für Außenstehende jedoch nicht immer so leicht zu verstehen gewesen.

Die Anfangsjahre als Unternehmer waren, und das ist heute für viele heute unvorstellbar, sehr mühsam, der Weg steiniger als erwartet, die finanzielle Lage mehr als bescheiden.

Die 5-köpfige Familie musste sehr sparsam sein, es wurde keine Wurst gekauft, der Dreieckskäse mit Schinkengeschmack musste als Wurst-Ersatz herhalten. Kleider für die Kinder wurden – oft zum Leidwesen der Kinder – von Freunden geschenkt und von den Eltern sehr gerne angenommen.

Bei den seltenen Ausflügen an einem Sonntag vergaß der Vater öfters (oder besser gesagt: zu oft) den Geldbeutel. Den Kindern konnte das gewünschte Eis oder Getränk nicht gekauft werden und die Erklärung dafür war, dass der Vater vergesslich ist. Die Wahrheit war wohl eher, dass sich kein Geld im Geldbeutel befunden hat, um diese kleinen Wünsche erfüllen zu können.

Dennoch oder gerade deswegen haben die Kinder eine sehr gute Erinnerung an diese Zeit – und gleichzeitig konnte die Familie den sich später einstellenden Erfolg genießen und, relativ gesehen, auf dem Boden bleiben.

1975 wurde der erste Mitarbeiter eingestellt und das Unternehmen wuchs stetig, was zu vielen Problemen führte:  Finanzielle Krisen mussten überstanden werden, die Folgen eines schnell wachsenden Unternehmens kamen auch auf Gerhard Merkle zu und mussten oft gleichzeitig gemeistert werden.

Gerhard Merkles ruhige Hand, seine angenehme Art und sein stets vorhandener Humor erleichterten ihm sein Leben. Dazu kam eine Ehrlichkeit und Einfachheit, die Menschen in seiner Funktion und mit seinem Erfolg eher selten haben.

Speziell in der letzten Zeit, als die unheilbare und schwere Krebserkrankung bekannt wurde, zeigte sich, wie beliebt Gerhard Merkle war: Die Anteilnahme, die Reaktionen und auch die Besuche und Besuchswünsche überstiegen alles erwartete und war fast mehr, als er mit seiner Krankheit tragen konnte.

Er war eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit, die, geprägt durch seine Kindheit, seine Erfahrungen im Laufe seines langen Unternehmerlebens und die Erdung in der Familie nie abgehoben und immer bodenständig war. Teilweise fast zu bodenständig. Ein Begriff, den er gerne lebte war der des „einfachen Mannes aus dem Volke“.

Gerhard Merkle hinterlässt seine geliebte Ehefrau Renate, seine drei Kinder Christen, Matthias und Birgit, drei Schwiegerkinder: Katrin, Antje und Peter und neun Enkelkinder: Manuel, Anna, Nils, Ferdinand, Ida, Lisa-Marie, Paula, Jakob und Tim – und mehr als 220 Mitarbeiter.

 

» Traueranzeige der Familie Merkle

» Traueranzeige der AHP Merke GmbH

 

 

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