Der Wimpel

Kolbengeschwindigkeit

Die maximal zulässige Kolbengeschwindigkeit orientiert sich wie die Höhe der maximalen Betriebstemperatur an der Auswahl der Dichtungen im Hydraulikzylinder. Im Allgemeinen geht man in der Praxis von einer maximalen Kolbengeschwindigkeit von 0,5 m/s aus.

Wird diese überschritten, sollte eine Zylinderlösung speziell an die vorliegenden Anforderungen angepasst sein. Entsprechende Zylinderauswahlmöglichkeiten gibt es » hier.

Gleichermaßen sollte ein Zylinder an die jeweilige Applikation angepasst werden, wenn die Kolbengeschwindigkeiten sehr niedrig sind. Dann nämlich treten so genannte Stick-Slip-Effekte auf, die die Kolbenstange im Mikrobereich „ruckeln“ lassen. Das bedeutet, die Kolbenstange verfährt im engen Grenzbereich zwischen Haft- und Gleitreibung.

Bei Geschwindigkeiten über 0,05 m/s ist die Reibung nahezu unabhängig vom Druck.
 

Ein solch unerwünschter Stick-Slip-Effekt wird durch Nachgiebigkeiten im Hydrauliksystem, wie beispielsweise Luftblasen in der Hydraulikflüssigkeit, wesentlich verstärkt und ist meist mit erhöhter Geräuschentwicklung verbunden.

 

 

Bei sehr dynamischen Anwendungen, die zudem noch große Massen bewegen, kommt es zu hohen Beanspruchungen der Zylinder, der Dichtungen und des Druckmediums.

Die vorhandene kinetische Energie muss in kürzester Zeit abgeleitet werden. In solchen Fällen empfiehlt es sich, Hydraulikzylinder mit integrierter Endlagendämpfung, bzw. bei hohen Belastungen externe Stoßdämpfer, einzusetzen.

Die integrierte Endlagendämpfung gibt es regelbar und nicht regelbar – abhängig vom Zylindertyp.

Der Einsatz einer Dämpfung ist erst ab einer Hublänge sinnvoll, die die Länge eines Dämpfungswegs übersteigt, da sich der Kolben sonst ausschließlich innerhalb des Dämpfungswegs bewegen würde.

Dies würde zu längeren Taktzeiten und erhöhtem Energiebedarf führen und müsste bei der Auslegung beachtet werden.

 

 

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