Der Wimpel

Vorgehensweise bei Montage- und Servicearbeiten

Grundsätzlich gilt, dass nur Fachpersonal Arbeiten an Hydraulikzylindern durchführen darf.

Zu Beginn von Servicearbeiten an Hydraulikzylindern muss sichergestellt werden, dass keine Lastenbewegungen möglich sind, wenn das Hydrauliksystem drucklos gemacht wird. Hierzu müssen geeignete Maßnahmen ergriffen und die Richtlinien zur Arbeitssicherheit beachtet werden.

Zur Montage bzw. Demontage des Hydraulikzylinders sind die Hinweise der Maschinenhersteller bzw. Anlagenbauer zu beachten.

Der systembedingte Einsatz von Sicherungssystemen wie beispielsweise Rückschlagventilen oder ähnlichem allein ist nicht zulässig.

Bevor der Hydraulikzylinder geöffnet wird oder Schraub- bzw. Schlauchverbindungen gelöst werden muss sicher gestellt sein, dass das gesamte Hydrauliksystem nicht mehr unter Druck steht – und auch nicht unbeabsichtigt Druck aufgebaut werden kann.

Vor dem Lösen der Befestigung sind sämtliche an den Hydraulikzylinder angeschlossene Leitungen zu demontieren. Es ist darauf zu achten, dass durch das Lösen der Befestigung keine Gefahr für das Servicepersonal oder andere Personen besteht.

 

 

Vergewissern Sie sich, dass keine größeren Ölmengen nach dem Öffnen des Hydrauliksystems am Hydraulikzylinder auslaufen können.

Hierzu gibt es möglicherweise Absperrhähne innerhalb der Hydraulikanlage, mit denen sich große Ölvolumina vom restlichen System abtrennen lassen.

 

 

Sind alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen, kann der Hydraulikzylinder geöffnet und die Kolbenstange entnommen werden. Hierzu bietet sich die Stangenseite am besten an.

Die demontierten Einzelteile sollten zuerst gereinigt und danach auf Beschädigungen wie Riefen, Kratzer und Ähnliches untersucht werden.

Die Reinigung sollte nur mit nicht faserndem Gewebe und geeignetem Reinigungsmittel erfolgen.

 

 

Selbst kleinste Kratzer und Riefen verursachen Schäden an den Dichtsystemen und führen zu vorzeitigem Verschleiß der Dichtungen. Stärker beschädigte Teile sind zu ersetzen. 

Bei normalen Verschleißerscheinungen ist die Wartung in gewissen Zeitabständen ein notwendiger Aufwand. In Fällen vorzeitiger Beschädigungen sollte auf jeden Fall die Ursache dafür gefunden werden, damit die neue Dichtung eine längere Lebensdauer erreichen kann.

 

 

Detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise der Montage- und Servicearbeiten: 

 

 

Beim Einbau der neuen Dichtungen ist darauf zu achten, dass sie an der richtigen Stelle und in der richtigen Lage eingebaut werden.

 

 

Beim Einbau von Stangendichtungen muss besonders aufmerksam und sorgfältig gearbeitet werden, weil die Einstiche für unterschiedliche Dichtungsarten sowie Dichtungsgrößen oft sehr ähnlich aussehen.

Grundsätzlich wird empfohlen, neue Dichtungen möglichst zeitnah nach der Demontage der alten Dichtungen einzubauen.

Ein Vergleichen von alten und neuen Dichtungen hilft bei der richtigen Zuordnung. Auskunft über die richtige Anordnung kann auch AHP Merkle geben.

 

 

Eventuelle Schäden an Dichtungsübergängen (z. B. Schlüsselflächen) müssen vor der Montage gerundet bzw. poliert werden.

Beschädigte oder defekte Hydraulikzylinder dürfen nicht mehr wieder verwendet werden.

 

 

Als sehr hilfreich erweist es sich auch, mit einer Digitalkamera vor der Demontage ein Foto der Dichtungsanordnung und gegebenenfalls auch anderer Maschinenelemente zu machen, um nach erfolgter Montage eine entsprechende Prüfung vornehmen zu können.

 

 

 

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