Der Wimpel

Montage und Inbetriebnahme von Hydraulikzylindern

Befestigungsschrauben für Hydraulikzylinder und Anbauteile müssen so ausgelegt und montiert sein, dass sie alle vorhersehbaren Kräfte aufnehmen. Soweit möglich müssen die Schrauben frei von Scherkräften sein. Siehe auch » Allgemeine Sicherheitshinweise.

Beim Zylindereinbau ist darauf zu achten, dass keine Verspannung am Hydraulikzylinder auftritt. Dies kann immer dann passieren, wenn die Maschine oder Anlage durch eine unsachgemäße mechanische Konstruktion oder durch zu große Fertigungstoleranzen nicht den Montagevorgaben entspricht. Daraus ergibt sich, dass Montagepunkte nicht richtig fluchten oder ungewollte Seitenkräfte auftreten.

Vor der Inbetriebnahme eines Hydraulikzylinders sowie eines Hydrauliksystems muss sich das Fachpersonal vergewissern, dass keinerlei Schmutz oder Reste aus Fertigung bzw. Montage der Einzelteile (z. B. Späne) mehr im System vorhanden sind. Hierzu ist es ratsam das gesamte Hydrauliksystem mehrmals mit Spülflüssigkeit unter Zuhilfenahme von Filtereinrichtungen zu reinigen.

Sind alle hydraulischen Versorgungsleitungen gereinigt und druckfest montiert, kann mit der eigentlichen Inbetriebnahme begonnen werden.

Das anschließende Befüllen der Hydraulik mit der vorgesehenen Druckflüssigkeit sollte über eigene Befüllaggregate erfolgen, die das frische Hydraulikmedium bereits reinigen. Denn die Praxis zeigt, dass Frischöl keineswegs den hohen Reinheitsanforderungen bestimmter Hydrauliksysteme entspricht. Gleiches gilt natürlich auch bei einem eventuell späteren Nachfüllen von Hydraulikflüssigkeit.

 

 

Bevor das Hydrauliksystem auf Systemdruck gebracht wird, muss die gesamte Anlage entlüftet werden.

 

 


Das Entlüften des Hydrauliksystems erfolgt über geeignete Anschlüsse. Bei Hydraulikzylindern gibt es optional eigens dafür vorgesehene Entlüftungsschrauben. Bei Leerlaufdruck einfach die Entlüftungsschraube bzw. die boden- und stangenseitige Verschraubung lösen.

Dabei wird die Schraube um maximal eine halbe Umdrehung geöffnet:


Diese erst wieder schließen, wenn das austretende Öl blasenfrei ist:

 

Anschließend das System ausschließlich im Niederdruckbereich bewegen. Dieser Vorgang muss einige Male durchlaufen werden, um ein vollständiges luft- bzw. gasfreies Hydrauliksystem zu garantieren.

Am Ende alle Entlüftungsschrauben bzw. Verschraubungen wieder druckdicht verschließen. Durch mehrmaliges Ein- und Ausfahren des Hydraulikzylinders bei geringem Druck kann seine Funktion überprüft werden.

 

 

Da im Hydraulikmedium gelöste Luft unter gewissen Umständen desorbieren kann, empfiehlt es sich, das System spätestens bei einer Wartung erneut zu entlüften.

 

 

Bevor das Hydrauliksystem mit dem Betriebsdruck beaufschlagt wird, sollten sämtliche Komponenten nochmals auf ihre korrekte Montage überprüft werden.

 

 

 

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